In einem Leserbrief zeigt die derzeitige Geschäftsführerin des Landeskulturzentrums ihr Erstaunen über die Forderung des SHMF-Intendanten Rolf Beck, Salzau ausschließlich für das Musik Festival weiter zu betreiben:
Mit Erstaunen habe ich die Äußerung des Intendanten des SHMF, Herrn Professor Rolf Beck, zur Kenntnis genommen, der Salzau nun doch erhalten möchte, wenn auch nur für acht Wochen im Jahr. Es bleibt das Geheimnis von Herrn Beck, wie er seine Ankündigung realisieren möchte, Salzau gegebenenfalls zu erwerben und das Herrenhaus rentabler zu gestalten als es der Betreibergesellschaft mit ihren beschränkten Mitteln in den vergangenen fünf Jahren gelungen ist. Und dies ohne zusätzliche Finanzmittel des Landes, zum Beispiel für die notwendigen Brandschutzmaßnahmen.
Fakt ist, dass die Betriebs-gGmbH die Wirtschaftlichkeit Salzaus in den letzten fünf Jahren deutlich verbessert und außerhalb der Festivalsaison ohne weitere Landeszuschüsse eine Vielzahl eigener Veranstaltungsreihen außerhalb der Festival-Saison entwickelt hat.
Darüber hinaus diente das Landeskulturzentrum vielen weiteren Einrichtungen als idealer Ort, um zu proben und zu arbeiten. Beispiele hierfür sind die Tanztage Schleswig-Holstein, die Itzehoer Versicherung mit dem John Lennon Talent Award, das LandesJugendOrchester des Landesmusikrates Schleswig-Holstein, dem Festival des Debütromans vom Literaturhaus Schleswig-Holstein oder auch Matthias Jantz mit dem Flensburger Bachchor. Sie alle sind nun heimatlos. Das gesamte Team des Landeskulturzentrums bedauert die Entscheidung des Landes sehr, den Betrieb in Salzau trotz positiver wirtschaftlicher wie kultureller Entwicklung und ohne konkretes Kaufangebot einzustellen. Wir können nur hoffen, dass der Leerstand des denkmalgeschützten Gebäudes dem Land letztendlich nicht teurer zu stehen kommt als der aktuelle Betrieb des Landeskulturzentrums.
Nathalie Heinrich, Geschäftsführerin Landeskulturzentrum Salzau Betriebs-gGmbH, Salzau