Der Landeskulturverband Schleswig-Holstein hat sich gegenüber der Stadt Kiel in einem persönlichen Schreiben an den Oberbürgermeister und die Stadtpräsidentin für eine Fortführung der Arbeit des Kulturforums und der Stadtgalerie ausgesprochen.

In  den bisherigen Darlegungen des Oberbürgermeisters der Stadt Kiel, Torsten Albig (SPD), ist nach Ansicht des Landeskulturverbandes kein einziges Argument zu entdecken, das hinsichtlich der Einsparungen bei den sogenannten freiwilligen Leistungen nicht auch von den schwarz-gelben Koalitionen in Berlin und Kiel vorgebracht wird. Noch schlimmer: die von Ihm aufgelisteten Gründe für den Vorschlag, Stadtgalerie und Kulturforum zu schließen, decken sich mit der Begründung seiner Vorgängerin im Amt, Angelika Volquartz, die vor Jahr und Tag schon einmal vorhatte, diese für Kiel wichtige Kultureinrichtung zu schließen.

Damals jedoch hatten Frau Stadtpräsidentin Kietzer und der jetzige OB (der zu der Zeit noch Presssprecher im Finanzministerium in Berlin war) sich vehement für die Fortführung der beiden Kulturbetriebe eingesetzt.

Und es gibt ja auch genügend Argumente für eine Beibehaltung und Stärkung der Aktivitäten der Stadtgalerie und des Kulturforums:

  • Kiel braucht diese kulturelle Doppelinstitution im Herzen der Stadt als belebendes und Identifikation stiftendes Element.
  • Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Anrecht auf eine zentral liegende, gut erreichbare Kultureinrichtung.
  • Die von der Stadtgalerie und dem Kulturforum offerierten Veranstaltungen sind durch keine andere Kultureinrichtung in Kiel zu ersetzen.
  • Die Landeshauptstadt Kiel gehört schon jetzt zu den Landeshauptstädten der Bundesrepublik Deutschland mit den niedrigsten Kulturausgaben pro Jahr und Einwohner.
  • Die durch eine Schließung einzusparenden öffentlichen Mittel stehen in keinem Verhältnis zum Sanierungsbedarf des Stadtetats; im Umkehrschluss: mit einer evtl Einsparung von 160.000,- Euro lässt sich keinerlei relevanter Effekt auf die Verschuldungssituation der Stadt erzielen.

Selbst wenn sämtliche städtischen Ausgaben für Kultur gestrichen würden, stiege die Verschuldung der Stadt Kiel weiter an. Aber ohne Kultur würde Kiel zur „toten Stadt“ verkommen.

Man kann Sozialarbeit nicht gegen Kulturarbeit aufwiegen, insbesondere nicht, wenn es um die Schulen geht. Sozialarbeit ist immer nur eine (häufig sogar erfolglose) Reaktion auf schon eingetretene gesellschaftliche Missstände.

„Bringen Sie die Kultur in die Schulen!“ so fordert es der Landeskulturverband, „und lassen sie Kulturforum und Stadtgalerie mit ihren wertvollen Kulturangeboten bestehen. Das wäre eine sinnvolle präventive Arbeit.“

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