Unser Kulturminister Dr. Klug ist sich in seinem devoten Bemühen, den Sparvorgaben der Schleswig-Holsteinischen Haushaltskonsolidierungs-Kommission zu folgen, für keinen noch so unsinnigen Vergleich zu schade. Sein letzter Hinweis (Interview in „Die Welt“ vom 26.8.2010) betraf das „arme“ Griechenland. Zitat: „Fängt man in dieser Situation (des Sparens) an, einzelne Bereich zu Tabuzonen zu erklären, kommen sofort andere hinterher und fordern, das auch für sich ein. Das ist das alte Spiel aus der Vergangenheit, das irgendwann zu Situationen führt, wie wir sie aktuell in Griechenland erleben.“

Wir fragen Sie, Herr Minister:

1)     Seit wann, meinen Sie, sind die sogenannten freiwilligen Ausgaben für Kultur und kulturelle Bildung „Tabuzonen“ für Sparvorhaben der öffentlichen Hand? Wir haben bisher nur erkennen können, dass genau diese Ausgaben immer dann, wenn es um Spardiskussionen geht, zu allererst reduziert werden. Und dabei ist mit den Einsparungen in den Bereichen Kultur und kulturelle Bildung weder einst noch jetzt je ein Öffentlicher Haushalt saniert worden.

2)     Wer treibt hier eigentlich das von Ihnen genannte „Spiel aus der Vergangenheit“ –  die in der Kultur und in der kulturellen Bildung ehren- und hauptamtlich Tätigen oder die Öffentliche Hand? Politiker im Land und in den Kommunen haben doch schon in früheren Jahren immer und immer wieder Bildung und Kultur in Sonntagsreden für existenziell notwendig erklärt haben, aber genau dort auch immer als erstes ihre Sparwut ausgetobt!

3)     Wollen Sie mit Ihrem sich selbst disqualifizierendem Vergleich „Verhältnisse wie in Griechenland“ die effektiven und kostengünstigen kulturellen Strukturen in Schleswig-Holstein tatsächlich mit der Selbstbedienungsmentalität der Strukturen der Öffentlichen Hand in Griechenland gleichsetzen? Wie kommen Sie als ministerieller Interessenvertreter (der Sie als Bildungs- und Kulturminister sein sollten) dazu, Kultur und Bildung in Schleswig-Holstein dermaßen in Misskredit zu bringen?

Kann man da nicht nur mit dem Fazit des interviewenden Journalisten, Julian Hofer, übereinstimmen: „Nun scheinen sich die von Ihnen erwähnten Gestaltungsmöglichkeiten darauf zu begrenzen, dass Kultur klein oder gar kaputt gespart wird.“?

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Klug: Lassen Sie uns nicht allein! Kämpfen Sie für Bildung und Kultur in Schleswig-Holstein. Kulturschaffende und Kulturinteressierte werden Sie dabei unterstützen!

Siehe auch:

http://www.welt.de/die-welt/kultur/article9205006/Das-alte-Spiel-fuehrt-zu-Situationen-wie-in-Griechenland.html

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