Archiv für die Kategorie „Aus der Politik“
Die Leistungen der jungen Menschen seien Ausdruck einer sehr erfreulichen Entwicklung in Schleswig-Holstein, sagte Klug. Die Musikschulen hätten viel Zulauf, und auch an den Schulen des Landes könne man feststellen, dass sich vielerorts Chöre und Orchester auf gutem Niveau etablierten. “Diese wichtige Arbeit wird die Landesregierung nach Kräften fördern”, betonte Klug. Zwar sei dies in Zeiten knapper Haushaltslage schwierig, aber in dieser Situation müsse Priorität haben, was der kulturellen Bildung diene. “Dieser Wettbewerb gehört eindeutig dazu”, sagte der Minister.
Am 26. März hat der Landesrechnungshof seinen Ergebnisbericht veröffentlicht.
Auszug aus dieser alten PResseinformation :
Ich nenne einige wenige Beispiele für einen „handhabbaren“ Zielkatalog, damit deutlich wird, was ich meine:
• Klar definierte Ziele für die Verbesserung des musisch-kulturellen Bildungsangebots an den Schulen, deren Verwirklichung nach fünf Jahren überprüft werden kann – etwa Mindeststandards für die Unterrichtsversorgung in Fächern wie Musik und Kunst;
• Bestimmung konkreter Vorhaben im Museumsbereich – konkreter jedenfalls als es die Antwort auf die Große Anfrage etwa auf S.120 formuliert – ich zitiere: „die Aufmerksamkeit richtet sich künftig stärker auf die international bedeutenden Lübecker Museen“. Es ist toll, dass die Landesregierung aufmerksam sein will, aber sie sollte auch präzise sagen, was sie genau erreichen will.
• Ausbau der Plätze für das „Freiwillige Soziale Jahr Kultur“ von derzeit landesweit 24 Plätzen auf 50 Plätze – wodurch mehr jungen Menschen aus Schleswig-Holstein ein besserer Zugang zu späteren beruflichen Tätigkeiten im Kulturbereich eröffnet würde.
Kultur für alle” – kein anderer kulturpolitischer Slogan war in der alten Bundesrepublik so populär, umstritten und viel zitiert wie dieses Motto des Frankfurter Kulturdezernenten und späteren Goethe-Instituts-Präsidenten Hilmar Hoffmann. Es war die Verheißung eines demokratisch offenen, multikulturellen Paradiesgartens. Damit einher ging auch eine von der 68er-Generation beförderte Ausweitung des Politisch-Kulturellen in nahezu alle privaten und sozialen Sphären: über Parlamente, Parteien und die traditionellen Institutionen der Hochkultur hinaus. Und wo schon nicht Kultur für alle im Alltag möglich war, so war doch fast alles Kultur. Wenigstens Alltagskultur.
Dieser erweiterte Kulturbegriff, der die Warenwelt genauso wie die Gentechnik, Finanzskandale, den Klimawandel oder ästhetische und gesellschaftliche Phänomene des Sports mit einbezieht, gilt heute wie selbstverständlich auch für die großen (“politischen”) Feuilletons oder die Kulturmagazine des Fernsehens. Die Grundierung haben dazu Großstadtphilosophen und Pop-Künstler geliefert, vom wiederentdeckten Walter Benjamin bis zu Roland Barthes und Umberto Eco, von Andy Warhol bis Joseph Beuys, der auch jeden Menschen zum Künstler und fast alle Welt zum Kunstwerk erklären wollte.
Diese anti-elitäre Geistesströmung verbindet sich bisweilen mit der Erneuerung älterer bildungsbürgerlicher Vorstellungen, die wieder Wertedebatten oder religiöse Fragen an eine säkulare Gesellschaft anregen. Und mehr als nur Spurenelemente eines eigenständigen Restbildungsbürgertums gab es in der untergegangenen DDR. Das scheint plötzlich auf in einem Roman wie Uwe Tellkamps Dresden-Saga “Der Turm”; und es spielte eine Rolle im deutschen Einigungsvertrag: als Verpflichtung, die “kulturelle Substanz” in den neuen Bundesländern zu erhalten. So spiegelt die Rettung der historischen Innenstädte zwischen Wismar und Weimar, Schwerin und Görlitz die wohl sichtbarste Erfolgsgeschichte der Wiedervereinigung.